Der Monatsspruch für Juni 2016 ist Teil eines Lobliedes, das die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten Gott, dem Allmächtigen, sangen. Was war geschehen? Der Pharao hatte das Volk Israel unter der Führung des Mose nach der 10. Plage, die Gott über die Ägypter kommen ließ, endlich aus der Sklaverei in die Freiheit ziehen lassen. Doch kurz darauf bereute der Pharao seinen Entschluss und jagte mit seinem mächtigen Heer hinter den Israeliten her. Am Schilfmeer kam es zum Showdown. Durch Gottes machtvolles Eingreifen teilte sich das Meer, während das Volk Israel hindurch zog. Als aber die hochgerüstete ägyptische Armee hinterherjagte, stürzten die Fluten über ihr zusammen, so dass sie vernichtet wurde und die Israeliten gerettet wurden. Dieses wunderbare Eingreifen Gottes feierte das Volk ausgelassen und sang dem Herrn ein Lied. Unser Spruch ist der zweite Vers dieser langen Lobeshymne.
Während meines Studiums hat ein Theologieprofessor seinen Studenten an dieser und anderen Stellen der Bibel verdeutlicht, was mit Gottesfurcht gemeint ist. Es ginge dabei nicht um Angst, sondern um die Ehrfurcht, was Gott für die Gläubigen alles vermag. Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde, er besiegt den Tod für uns und rettet aus auswegloser Gefahr. Wie gut, dass wir einen solchen Gott auf unserer Seite haben.
Für das Judentum ist die Befreiung aus ägyptischer Sklaverei ein, wenn nicht sogar der Fixpunkt der Geschichte Gottes mit seinem Volk. Im Erinnern und Vergegenwärtigen dieser Befreiung, was jedes Jahr an den Passahfestlichkeiten geschieht, gewinnt es Zuversicht für die Zukunft. Gott lässt sein Volk nicht im Stich. Er steht wie damals auch zukünftig an seiner Seite.
Sich daran erinnern, was Gott für uns getan hat: Nach den Wochen von Ostern mit Kreuz und Auferstehung, der Himmelfahrt Christi und der Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten können wir als christliche Gemeinde uns auch daran erinnern, was Gott in Christus für uns getan hat und tut. Uns ist Vergebung zugesagt, der Tod ist für uns besiegt und durch den Heiligen Geist werden wir im Glauben und Hoffen gestärkt. Als Christengemeinde kann uns dies Kraft und Mut für die Zukunft geben.
Dabei geht das „für uns“ als Gemeinde über in das „für mich“ als Christin und Christ. „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“ (1 Tim 2,4) Das gilt für uns als Gemeinde und eben auch für mich und dich. Wir können uns Gott in Christus anvertrauen.
Pfarrer Joachim Schuler