"Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!"

Galaterbrief 5,1 (Monatsspruch Oktober 2026)

 

Liebe Gemeinde,

was ist ein Joch? Die nicht mehr ganz so Jungen unter uns werden es wissen: Ein Joch ist ein Holzbalken, den man Ochsen über den Nacken legt, um einen Wagen oder einen Pflug zu ziehen. Dabei sind die Tiere nicht Herr ihrer selbst, sondern müssen den schweren Karren ziehen, wohin der Wagenlenker will bzw. das Feld so pflügen, wie der Bauer es vorgibt. Das Joch sperrt also die Tiere ein und bindet sie an den Karren oder den Pflug. 

Es kommt nicht von ungefähr, dass der Begriff "unterjochen" seit alters her eine Metapher für eine schwere Last und harte Unterdrückung ist. Wenn wir heute von einem harten Joch sprechen, unter dem wir leiden, meinen wir das natürlich im übertragenen Sinne. Was sperrt uns ein, was bindet uns? Die Angst, den Ansprüchen nicht zu genügen. Der Druck, mithalten zu müssen. Die Sorge, was andere über mich denken. Der Vergleich mit anderen - verstärkt durch soziale Medien. Und manchmal die Befürchtung, ich muss erst etwas leisten, bevor ich etwas wert bin.

Von diesem Joch hat uns Christus befreit!

Auch er benutzt dieses Sprachbild. Im Matthäusevangelium sagt er: "Mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last." Denn die Botschaft Jesu ist die Botschaft der Liebe: Die Liebe zu Gott, die Liebe Gottes zu uns und unsere Liebe für die Menschen, denen wir begegnen. Es geht einfach darum, Gott so zu lieben, wie er uns liebt. Und seine Liebe für uns an die anderen um uns herum weiterzugeben. Also Nächstenliebe zu üben. "Gott ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1. Joh 4,16) Nun ist das nicht immer so leicht für uns. Es gibt Situationen, da hadert man mit dem, was einem widerfährt. Und manchmal muss man die Faust in der Tasche ballen, um dem ein oder anderen noch wohl gesonnen zu sein. Das war Paulus klar und das ist Gott klar.

Deshalb hat der Apostel in seine frohe Botschaft aus Galater 5,1 eine kleine Mahnung eingebaut: Steht fest und lasst euch nicht unterkriegen! Was so viel heißt wie: Vertraut Gott, glaubt an Jesus Christus und lasst euch vom Heiligen Geist bewegen, dem Nächsten Gutes zu tun!

Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen für die Zukunft! Seien Sie behütet!

Ihr Pfarrer Joachim Schuler